Ausbildung und Anwendung

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Ist es sinnvoll sich das alles zu merken und als Lexikon herumzulaufen?

Was ist die Hauptstadt von Venezuela?

Bis jetzt war es genug, wenn man Dinge gewußt hat. Das kam noch aus der Zeit wo in der Schule Dein Wissen abgefragt wurde. Es bekam der die besten Noten der das Geprüfte am besten wiedergeben konnte.

Das war die Zeit der Papageien. Es wurde nicht erwartet die Daten und Informationen anzuwenden. Ein deutsch Aufsatz wurde nicht so sehr nach Inhalt sondern nach der grammatischen Richtigkeit bewertet.

Das wird sich in den nächsten Jahren drastisch ändern. Bloßes Wissen, wird nicht ausreichen. Die anbrechende Digitalisierung wird von jedem die Fähigkeit, Wissen anzuwenden einfordern.  Papageien wird niemand brauchen, denn das werden die Computer übernehmen. Siri und Alexia zeigen uns bereits wie das sein wird.

Anwendung wird gefragt

Zukünftige Ausbildungssysteme werden die Studenten dahingehend ausbilden müssen, Dinge zu analysieren und entsprechend zu verwenden. Um das zu verstehen, musst Du einmal versuchen einem Abgänger einer Wirtschaftsuniversität dazu zu bringen, das was er gelernt hat, anzuwenden. Sein Kopf ist voll mit Daten, Theorien und Büchern. Wenn er nicht parallel zu seinem Studium irgendwo gearbeitet hat, ist er leider unbrauchbar.

Ich habe es studiert, das reicht doch?

Ich hatte vor Kurzem ein Projekt in der Datenorganisation. Die Aufgabe war, für ein großes Unternehmen im Zuge der anstehenden Datenschutz Grundverordnung, eine Erhebung der Verarbeitung personenbezogener Daten durchzuführen. Zu diesem Zweck haben wir 2 Absolventen der Universität aufgenommen, die in ihrem Studium auch das Fach der „Datenanalyse“ hatten.  Wir waren total erstaunt, dass sie nicht in der Lage waren, das Gelernte auf die anstehende Aufgabe zu übertragen.

Wissen und tun

Die kommende Welt wird viel weniger darauf Wert legen, was eine Person weiß, sondern was sie mit dem was sie weiß, tun kann.

Ich bin schon einmal gespannt wie sich in unserer Gesellschaft dieser Wandel vollziehen wird.  Erstens wird es komplett neue Geschäfts-, Arbeits- und Lebensabläufe geben. Das Konsumverhalten wird sich ändern und die Anforderungen an den Einzelnen, neue Technologien und die damit einhergehende Verantwortung, wird ziemlich stressig sein.

Holistic Educational Techniques

Heute gibt es für alle möglichen Umstände bestimmte Begriffe. So auch der Begriff von „holistic educational techniques“. Das bezeichnet eine Form der Ausbildung die den Focus nicht auf Prüfungen legen, sondern einen sehr praxisbezogenen Ansatz bieten.

Was für eine Neuerung!

Man bildet so Schüler aus, dass sie das Gelernte im wirklichen Leben anwenden und damit erwartete Ergebnisse erzielen können.  Das klingt wie eine Erleuchtung, als ob das ein ganz neuer Anspruch wäre. Den Anspruch hat es immer in dieser Form gegeben nur hat sich im Ausbildungssystem niemand darum gekümmert. Niemand ist vielleicht übertrieben, zumindest nicht in der breiten Ausbildung. In den Elite-Ausbildungsstätten, hat man das sehr wohl schon früh erkannt.

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Bis zum nächsten mal lernen Sie das für den Test

Lohnt sich ein Studium heute noch?

Ich werde immer wieder gefragt, ob sich ein Studium noch lohnt. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass sich ein Studium nur dann lohnt, wenn es für das Gelernte einen Markt gibt und der Lehrgang mich praxisbezogen auf die kommenden Anforderungen ausbildet. Ein Studium das theoretisch und keine Rücksicht auf aktuelle Gegebenheiten legt, ist wertlos. Es ist natürlich total fatal, zu sagen: „Man braucht nichts lernen oder studieren.“ Ohne Ausbildung bleibst Du unwissend. Da kannst Du noch so intelligent sein, das wird Dir nichts nützen. Aber vielleicht würde ich mir einen Platz suchen wo ich das lerne was ich gerne mache, was Zukunft hat und mit IT zu tun hat.

Vielleicht ist in Zukunft eine Universität auch nichtmehr der richtige Platz. Im Zuge der Digitalisierung wird sich das Klassenzimmer auch mehr auf das Smartphone verlagern, wo Du bei einem Stratup beginnst und die Skills die Du brauchst, online in einem Harvard-Kurs lernst.

Lernen und umsetzen

Ich glaube das die Fähigkeit zu lernen und das Gelernte in brauchbare Ergebnisse umzusetzen die wichtigste Fähigkeit der Zukunft sein wird. Und es ist fraglich ob unsere jetzigen Ausbildungssysteme schnell genug sein werden, dem Rechnung zu tragen.

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Worauf wartest Du?

Wake-Up-Call an das Schulsystem

Ich glaube, dass sich Schul- und Universitätseinrichtungen viel mehr damit auseinander setzen müssen, was wirklich gebraucht wird und nicht nur versuchen ihre Sicht der Dinge und ihre starren Vorstellungen aufrecht zu erhalten.

Es macht keinen Sinn die Kinder und Jugendlichen auf eine Weise zu schulen, die sie für die kommenden Anforderungen völlig ungeeignet machen. Diese Leute stehen dann im Wettstreit mit anderen, die aber diese Fähigkeiten haben.

Das Fatale ist ja eigentlich, dass so jemand eine Ausbildung macht, und dann berechtigter Weise denkt, er ist nun wer. Mit dieser Einsicht geht er hinaus und denkt die Welt erobern zu können. Und wird dann bitter enttäuscht. 

Ausbildung muss generell die Frage nach dem "Wozu" beantworten

Das bloße Ansammeln von Daten ohne Ziel- und Zweckverständnis hat ausgedient. Ausbildung muss die Fragen nach dem „Wozu ?“ beantworten. Auch muss die Ausbildung in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit weisen.

Der Mensch als Lexikon hat ausgedient

Ich bin mir sicher, dass wir in einer Übergangsphase sind. Ich glaube, dass erst die nächsten Generationen eine Chance auf eine anwendungsspezifische Ausbildung haben werden. Es wird in Zukunft keinen Sinn machen alleine Geschichte zu studieren und dann als lebendiges Lexikon für den Historismus herum zu laufen. Aber Geschichte, Mathematik und Ethik in einer Person vereint, ist extrem wertvoll, weil es einen viel größeren Lösungsraum für menschliche Probleme bringt als wenn jedes davon isoliert für sich selber in der Vergangenheit herumstochert und keinen Bezug zu gegenwärtigen Bedürfnissen herstellen kann.

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Das leben ist bunt und vielfältig. Warum sollen wir eintänig sein?

Vielseitig oder Spezialisiert?

Ich hatte das Glück schon in jungen Jahren, sehr viele Fachgebiete kennen zu lernen.

So hatte ich eine Ausbildung in der damals noch sehr jungen Disziplin der Datenverarbeitung, dann in Recht, Steuerrecht, allgemeine  Kunst, aber auch eine fundierte Ausbildung als Pianist weiters in Ton- und Aufnahmetechnik um ein paar zu nennen. Das hat mir ein großes Spektrum an Einsichten gegeben. Abgesehen davon war ich in der Lage mich auch persönlich stark weiter zu entwickeln.

Also nicht nur technische Fähigkeiten sind wichtig, sondern auch persönliche, geistige und spirituelle Weiterentwicklung. Denn mit jeder Fähigkeit kommt auch ein schönes Stück an Verantwortung hinzu.

Mit diesem Wissen und Fertigkeiten im Gepäck kann ich bis heute extrem komplexe Fachgebiete in kürzester Zeit lernen und Anwendungen ableiten. Ich erwähne das nicht um aufzuzeigen, wie genial ich bin, aber es zeigt an diesem Beispiel wie universell man die Welt sehen kann und wie viel einem entgeht, wenn man nur eine begrenzte Sicht der Dinge hat.

Die große Sicht auf die Dinge

Mit einer großen Sicht, erlebst Du mehr, bist nützlicher, kannst mehr Dinge verbinden und bist generell erfolgreicher. Und beim Streben nach Anerkennung und Wertschätzung ist das sehr hilfreich.

Die Zukunft wird mehr den je die Forderung nach Individualität stellen als jemals zu vor. So wird ein Unternehmer nicht mehr mit der Ausübung  seiner Fachkenntnis alleine auskommen. Er wird auch ein Marketing-Profi, Schriftsteller, Geschichtenerzähler, Vortragsredner, Coach und Erfinder sein müssen um auf dem neuen Spielfeld zu bestehen. 

Der Buchhalter wird auch ein Auswertungsspezialist sein müssen, der die Buchhaltungsergebnisse statistisch auswerten kann und so auf Engpässe hinweisen kann. Der Anwalt wird vielleicht durch die automatisierte Rechtsberatung ersetzt werden, aber einen Zusammenhang zwischen Völkerrecht, Geschichte, Statistik und Marketing, wird künstliche Intelligenz nicht so bald, befriedigend herstellen können. 

Auch die Medizin wird gefordert sein. So hat der Pillendoktor sicher sein Ablaufdatum mit beginnender Digitalisierung erreicht. Er wird wahrscheinlich durch automatisierte Diagnoseeinrichtungen ersetzt, die möglicherweise präzisere Diagnosen und Abhilfen auswerfen, als ein praktischer Arzt der lediglich den Empfehlungen der Pharmakonzerne folgt.  Aber ich stelle mir vor ein Arzt, der auch in Statistiken, Auswertungen und in Philosophie ausgebildet ist, wird für die Gesellschaft einen sehr großen Wert haben.

Wissen oder Zugriff?

In der Digitalisierung werden Daten so gespeichert, dass sie jederzeit leicht für bestimmte Zwecke zur Verfügung gestellt werden können, ohne dass jeder alles auf Vorrat auswendig lernen muss. Das Lernen wird in Zukunft Projekt bezogen statt finden. Leute werden Aufgaben bekommen und sich selbst alles beibringen was sie wissen und tun müssen, um die Aufgaben zu bewältigen.

Die Schule und Ausbildungsstätten werden die Aufgabe haben genau diese Lern-, Aufnahme und Umsetzungsfähigkeit so zu trainieren, dass der Mensch das Rüstzeug haben wird in einer solchen Umgebung erfolgreich zu überleben.

Wenn Du aber einen Papagei erzogen hast, der Dir Newtons Gesetz der Trägheit herunterrattern kann, aber nichts davon in der wirklichen Welt anwenden kann, hast Du eine Belastung für ihn und seine Umwelt erschaffen.

Friedrich Howanietz greift nach den Sternen the sky is the limit

"The sky is the limit"

Die Digitalisierung als Disaster?

Ich glaube aber, dass die Menschheit an genau dieser Transformation steht. Ich glaube nicht, dass die digitale Transformation so katastrophal für die Mehrheit ausgehen wird, wie prophezeit wird, sondern dass die Lernfähigkeit und die damit einhergehende Verantwortung rapide zunehmen wird. Es wird auch davon abhängen, welche Ziele sich diese Menschheit stecken wird.

Ich persönlich denke, dass in weiterer Folge eine Kolonialisierung des Mondes oder des Mars ins Auge gefasst werden könnte, was eine Aufgabe wäre, die die Menschheit in Richtung eines Zieles vereinen wird. Und da ist die Digitalisierung dann nicht notwendigerweise ein gesellschaftliches Disaster sonder ein Schritt in den Weltraum.

Das ist doch alles Utopie

Vielleicht denkst Du nun, dass ich total übergeschnappt bin, aber bei genauerer Betrachtung würde es durchaus Sinn machen. Ich persönlich sehe keinen großen Reiz wenn alles von automatischen Systemen erledigt wird, wo der Mensch nur noch konsumiert und sich Videobotschaften und Unterhaltung reinzieht und sich bequem von einer wohltemperierten Station zur anderen bewegt ohne groß etwas zu tun hat, was ihn herausfordert. Ich möchte da kein Systemerhalter sein.

Zukunft wird sein

Kommen wir aber wieder zurück zur unmittelbaren Zukunft.

Ich bin sehr positiv darüber, dass ein Umdenken gerade passiert. Ich habe sehr viel Literatur darüber gelesen, die mir Hoffnung gibt, dass es nicht nur eine Utopie bleiben wird. 

Deine Meinung?

Wie siehst Du die Zukunft der Ausbildung?

Wie sind Deine Vorstellungen dazu?

Es würde mich freuen von Dir zu hören.